Mein erster Besuch bei meiner Familie

Am 23. Oktober sind wir mit meiner Schwester und anderen Jugendlichen mit Hajnika néni und Wolfram nach Gyergyó gefahren, um unsere Eltern zu besuchen.

Ich bin mit gemischten Gefühlen losgefahren. Ich war glücklich und in derselben Zeit hatte ich Angst. Ich war sehr aufgeregt und konnte nur daran denken, wie wird das Ankommen bei meiner Mutter sein und wer ist meine Mutter.

Als wir angekommen sind, kam meine Mutter mir entgegen. Sie hatte uns sofort erkannt. In diesem Moment habe ich große Angst gehabt. Sie hat uns in ihr Haus eingeladen, aber ich konnte mich nicht dazu durchringen, mit ihr richtig zu sprechen. Sie hat uns aber Bilder gezeigt und ich war sehr überrascht, was für hübsche Schwestern ich noch habe. Darauf hin haben wir dann doch angefangen zu reden. Später habe ich auch meine Schwestern kennen gelernt. Wir haben zusammen viel geredet, aber nicht als Schwestern sondern als gute Freundinnen. Ich habe es gemocht, bei ihnen zu sein und diese Stunden zusammen zu verbringen.

Ich mag keine Verabschiedungen, aber diesmal hat es mir wirklich sehr weh getan, dass ich meine Schwestern verlassen muss.

Nach diesem Treffen denke ich anders über meine Mutter. Bisher war ich böse auf sie, weil sie uns als kleine Kinder verlassen hatte. Jetzt aber verstehe ich, dass sie es gut gemeint hat und für uns etwas besseres wollte. Deswegen hat sie uns abgegeben. Es schmerzt mich trotzdem, dass ich nicht mit meinen anderen Schwestern zusammen aufgewachsen bin.

Ich denke, das dieses Treffen sehr wichtig für meine Mutter und für mich gewesen ist. Ich möchte unsere Beziehung weiterführen und pflegen solange ich lebe.

Eva Sukó, Székelykeresztúr, Dezember 2005

Veröffentlicht am 14.12.05 12:31